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Offene Bodenstellen für erdnistende Wildbienen (seit 2024, Anraff)

Von 560 in Deutschland nachgewiesenen Bienenarten können 424 zur Fauna Hessens gerechnet werden. Hiervon gelten 53 Arten bereits als ausgestorben oder verschollen und 125 Arten als bestandsgefährdet (HMUELV 2009: Kommentierte Rote Liste Hessens). Grund ist die Intensivierung der Landnutzung, der Verlust von Leben­sräumen (z.B. durch Straßen- und Siedlungsbau) sowie insbesondere von Ton-, Kies- und Sandgruben in der Kulturlandschaft. Da fast drei Viertel aller nestbauenden Wildbienenarten in Deutschland im Erdboden nisten, liegt hier ein sehr großes Potential im Wildbienenschutz.

Auf Initiative von Wildbienen-Liebhaberin Angela Odenhardt vom NABU Edertal sind konkrete Maßnahmen für Solitärbienen auf einem Grundstück in der Gemarkung Anraff umgesetzt worden. Die Fläche befindet sich im Eigentum des NABU Edertal und stellt sich auf­grund der gegebenen Topografie (exponiert, sonnig, trocken) als besonders geeignet für Maßnahmen des Solitär­bienen­schutzes dar. Darüber hinaus wurden verschiedene Wildbienenarten (z.B. Sandbienen, Furchenbienen und Schmalbienen) auf der Fläche beobachtet. Es wurden fünf ca. 2 m2 große, offene Bodenstellen geschaffen, die jährlich wechselnd neu angelegt werden sollen. Die abgeschälten Rasensoden wurden an einem ausgewählten Standort zu einem lockeren Erdhügel zusammen getragen, damit auch hier weitere Nistmöglichkeiten entstehen. Der Erfolg der Maßnahme wird in den nächsten Jahren von Angela Odenhardt genaustens beobachtet.

Rasensodenschneider

Die Grasnarbe wurde mittels Grassodenschneider abgeschält und abgetragen (Fotos: M. Lange)

Das Projekt in Anraff zeigt beispielhaft, wie mit vergleichsweise einfachen Mitteln und geringem Aufwand ein Mosaik an Kleinstlebensräumen geschaffen werden kann. Wer auch einen Beitrag zum Wildbienenschutz leisten möchte, kann dies ganz einfach im heimischen Garten tun: Mit dem Spaten offene Bodenstellen schaffen oder eine Trockenmauer, deren Fugen mit einem Erde-Sandgemisch ausgefüllt werden, errichten. Auch ungepflasterte und ungeschotterte “Trampelpfade” sind wilkommene Nistplätze.

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