Vortrag vom BUND Waldeck-Frankenberg "Wohin nur mit all dem Schnittgut?" am 19.08.2025
Ob Naturschutzflächen, Wiesen, kommunale Flächen oder Straßenund Wegränder: Grünland ist ein wertvoller Lebensraum für Insekten. Um seine Artenvielfalt zu erhalten, sollten die Flächen gemäht und das Mähgut abtransportiert werden. Doch als Tierfutter wird immer weniger Gras benötigt und beim kommunalen
Grasschnitt und Straßenbegleitgrün erschwert deren rechtlicher Status als Abfall ihre Verwertung.
Diese Flächen zu mulchen, ist einfach und kostengünstig, trägt aber massiv zum Insektensterben bei. Bis zu 90 % der dort lebenden Insekten werden dabei getötet, und durch die Verarmung des Pflanzenbestandes geht ihr Wert als Lebensraum verloren. In der Veranstaltung soll eine Idee vorgestellt werden, wie Grasund Wiesenschnitt unterschiedlicher Herkunft biodiversitätsfördernd, kostengünstig und klimaschonend verwertet werden könnte. Die Verwertung soll im Sinne der Kreislaufwirtschaft Wertschöpfung ermöglichen:
Der Schnitt von intensiven Wiesen kann mit einem
Eiweißgehalt von 16 bis 18 % zu Graspellets für die
Milchwirtschaft werden.
Gräser und Kräuter von extensiven Wiesen können zu
Ausgangsstoff für proteinarme Graspellets für
PferdehalterInnen werden.
Das kommunale Gras von Spielplätzen, Friedhöfen, Wegrainen kann zu Pflanzenkohle werden als Additiv für Beton.
Notwendig zur technischen Umsetzung wären hierzu ein Trockenwerk und ein Pyrolyse-Reaktor in Waldeck-Frankenberg. Berichtet werden soll von den rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Aspekten des Themas. Auch am Beispiel bereits existierender Projekte aus anderen Landkreisen. Und selbstverständlich gibt es auch Tipp`s für den naturgemäßen „Hausgebrauch“ von Wiesenschnitt in Privatgärten und kleineren Anlagen.