Die Arten besser schützen
Frankenau. Der 2017 gegründete Landschaftspflegeverband des Landkreises What sich zum Ziel gesetzt die historisch gewachsene Kulturlandschaft und die artenreichen Lebensräume der Region zu erhalten sowie bedrohte und seltene Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Damit dies gelingt, ist eine Expertengruppe zum Thema Artenkenntnis gegründet worden. „Wir können nur schützen, was wir auch kennen und das notwendige Fachwissen über seltene und spezielle Arten liegt bei wenigen Personen“, erklärt der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Carsten Müller.
Darum fand nun eine zweistündige Wanderung in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung statt. Entlang der Wacholderheide „Koppe“ ging es für die Experten bis zu dem Borstgrasrasen- und Heidenkomplex „Auf dem Fahrentriesch“. Achim Frede, Leiter der Abteilung Naturschutz, Forschung und Planung im Nationalpark, erklärte den Teilnehmern die Entstehung des Lebensraums durch die traditionelle Nutzung als Beweidungsfläche.
Um den geschützten und artenreiche Borstgrasrasen zu erhalten, bedarf es Pflege. Die fehle oft. Darum wird die Fläche beweidet und kleinflächig die obere Vegetations- und Bodenschicht entfernt. Desweiteren wurde eine Malaise-Falle vorgestellt. Dies ist eine Fangeinrichtung für flugfähige Insekten, um anschließend ihre Art bestimmen zu können. Bad Wildungens Bürgermeister Ralf Gutheil, zugleich Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes, unterstreicht, wie wichtig die behördenübergreifende Vernetzung sei für den Erhalt unserer Kulturlandschaft und deren notwendiger Unterstützung. „Dies ist auch für politische Entscheidungen relevant“, bekräftigt Gutheil.
Eder Diemel Tipp Frankenberg vom 14.11.2020