Chancen für Kommunen und für Bauern
Diemelseer Gemeindevertreter beschließt mit als erste im Kreis den Beitritt zum Landschaftspflegeverband
Wandern im Naturpark Diemelsee: Die Natur- und Kulturlandschaft im lockt zahlreiche Touristen. Der neue Landschaftspflegeverband könnte den Erhalt sicherstellen und neue Projekte starten. Foto: Figge
Die Gemeinde Diemelsee will dem neuen Landschaftspflegeverband beitreten. Das beschlossen die Parlamentarier bei ihrer Sitzung am Freitag einstimmig.
Der Verband biete neue Chancen, um Naturschutz-Ziele gemeinsam umzusetzen, sagte Bürgermeister Volker Becker, der für den Beitritt warb. Er verwies auf die vielen Vorteile für die Gemeinde.
So könne seine Verwaltung wegen begrenzter Kapazitäten kaum überprüfen, welche „Ausgleichsmaßnahmen" für Bauten umgesetzt worden seien oder wo es Pflegedefizite gebe. Dieses Management könne der Verband übernehmen — ebenso die teilweise schwierige Planung und Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union.
Auch beim geplanten Naturschutz-Großprojekt im Naturpark Diemelsee ließen sich Aufgaben an den Verband übertragen. Er könne auch die Pflege des Biotopverbundes künftig sicherstellen. Diesen Aspekt hob auch Prof. Eckhard Jedicke aus Bad Arolsen hervor. Der Verband könne zudem Fördergelder für Projekte im Natur- und Artenschutz oder die Gewässerrenaturierung akquirieren, was den Haushalt der Gemeinde schone. Und wenn die Investoren ihre Ersatzzahlungen für den Bau neuer Windrädern leisteten, könne der Verband sicherstellen, dass die Gelder auch in den jeweiligen Kommunen verwendet würden. Und schließlich könne der kreisweit vernetzte Verband touristische Aspekte bei Projekten berücksichtigen. Der Erhalt der „hochwertigen Natur- und Kulturlandschaft sei schließlich „das Kapital der Region".
Der Mitgliedsbeitrag betrage 250 Euro im Jahr. Hinzu kämen Zahlungen für die Leistungen des Verbandes — die müsse die Gemeinde aber auch jetzt bei einer Fremdvergabe der Arbeiten aufbringen. Die Landschaftspflege könne Landwirten ein neues wirtschaftliches Standbein geben, „da steckt noch viel mehr Po- Einnahmen eher gering, sagte die FDP-Fraktionschefin Stephanie Wetekam, aber: „Wir setzen auf den neuen Verband." Sie erhoffe sich eine bessere Zusammenarbeit.
„Landwirte und Naturschützer brauchen sich", erklärte Prof. Jedicke. Das Land müsse die Verbände auch nach der dreijährigen Pilotphase fördere — es benötige sie. (-sg-)
Waldeckische Landeszeitung vom 30.08.2017