Beweidungsprojekte sind erfolgreich Umweltgruppe Burgwald: Feuchtwiesenpflege im Oberen Wetschaftstal
Schwergewichtige Landschaftspfleger: Wie durch Wasserbüffel auf den Feuchtwiesen im oberen Wetschaftstal bei Roda eine Öffnung dichter Vegetation, Freihaltung von Gewässer und Wachstum von Pionierarten gefördert wurde, wurde in der Jahreshauptversammlung der Umweltgruppe Burgwald berichtet. Foto: Karl-Hermann Völker
Ernsthausen – Landschaftspflege im Verbundsystem Oberes Wetschaftstal zwischen Roda und Ernsthausen war, auch wenn die Corona-Pandemie weitere Aktivitäten kaum möglich machten, im vergangenen Jahr weiter ein Schwerpunkt der Arbeit der Umweltgruppe Burgwald im Naturschutzbund Deutschland (NABU). Das berichtete ihr Vorsitzender Klaus Klimaschka in der Jahreshauptversammlung für das Jahr 2021 im Restaurant Goa in Ernsthausen.
Die Umweltgruppe habe dort mit freiwilligen Kräften selbst bei den Mäharbeiten und der Feuchtwiesenpflege geholfen. Mittlerweile sorge man auf ausgewiesenen Flächen seit 25 Jahren alljährlich im Herbst für eine Drittelmahd, berichtete Klimaschka. Als besonders erfolgreich habe sich das Beweidungsprojekt mit Galloways durch die Familie Harald Battenfeld (Wiesenfeld) und mit Wasserbüffeln durch die Familie von Wolfgang Kahler (Roda) erwiesen. Er und sein Sohn Joachim Kahler waren kürzlich vom NABU-Kreisverband Waldeck-Frankenberg für ihren Einsatz besonders geehrt worden (HNA berichtete).
„Es zeigt sich im Oberen Wetschaftstal, wie gut Landwirtschaft und Naturschutz kooperieren können“, freute sich NABU-Sprecher Klaus Klimaschka. Dies sei auch bei einem Besuch des Landschaftspflegeverbandes Waldeck-Frankenberg im Berichtsjahr 2021 mit großer Anerkennung festgestellt worden. Klimaschka gab aktuell bekannt, dass im Henzeried beim Rodaer Sportplatz auf den von den Wasserbüffeln beweideten Feuchtwiesen mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde in diesen Tagen ein verrohrter Bachübergang über die Wetschaft zugunsten einer naturnahen Furt umgestaltet werden solle.
Bei den Berichten der Mitglieder aus dem Bereich des Vogelschutzes wurde bedauert, dass weder im Jahr 2021 noch in diesem Jahr trotz aller Nistangebote von Bernd Schlichterle in Ernsthausen auf ehemaligen Strommasten keine Brut eines Weißstorch-Paares stattgefunden habe. Die Umweltgruppe hofft jedoch darauf, dass sich Weißstörche angesichts der zahlreichen gelungenen Storchenaufzuchten im Raum Marburg/Wetter im kommenden Jahr auch im Bereich der Gemeinde Burgwald niederlassen. Die in den Kirchtürmen der Burgwalder Ortsteile angelegten Nistkästen für Schleiereulen seien mittlerweile alle von Turmfalken bewohnt.
Nach dem Jahresbericht, dem Kassenbericht von Schatzmeister Hermann Meyer und dem Kassenprüfungsbericht von Gerda Engel wurde dem Vorstand der Umweltgruppe Burgwald einstimmig Entlastung erteilt. Klaus Klimaschka dankte allen Mitgliedern, ehrenamtlichen Helfern und Förderern der NABU-Gruppe für ihre Unterstützung auch in der schwierigen Pandemiezeit.
HNA vom 06.10.2022