Dank an heimische Naturschützer
Umwelt-Staatssekretär Oliver Conz besuchte die Arche-Region
Frankenau – „Wir brauchen klare Strukturen, um die Landschaftspflege vor Ort voranzutreiben.“ Das sagte Oliver Conz, Staatssekretär im hessischen Umweltministerium, bei einem Besuch des Landschaftspflegeverbandes Waldeck-Frankenberg und des Arche-Vereins in Frankenau. „Bei der Landschaftspflege müssen Landwirtschaft, Naturschutz und die Kommunen zusammenwirken. Das ist das Modell, das wir für die Zukunft brauchen“, betonte Conz. Sein spezieller Dank galt dem Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg: „Er ist ein Beispiel für den Naturschutz.“
„Hand in Hand – Ehrenamt und Hauptamt“ – unter diesem Motto stand das Treffen des Staatssekretärs mit Vertretern des Landschaftspflegeverbandes und des Arche-Vereins. Deshalb erinnerte Conz auch daran, dass er selbst aus dem „Ehrenamt des Naturschutzes“ komme und jetzt die Freude habe, Landwirtschaft und Naturschutz unter einem Dach zu verantworten. Aus seinem Ziel machte er keinen Hehl: „Bis Ende der Legislaturperiode wollen wir nach dem Vorbild in Waldeck-Frankenberg in allen Landkreisen Landschaftspflegeverbände haben.“
In Sachen Naturschutz sei noch ein weiter Weg zurückzulegen, machte Conz deutlich. „Wir wollen wieder einen Zustand bekommen, dass es mit vielen Arten wieder aufwärts geht. Dafür ist der Landschaftspflegeverband ein wichtiges Element“, sagte der Staatssekretär. Deshalb werde der Naturschutz auch mit zwei Millionen Euro gefördert. Den heimischen Naturschützern dankte Conz für ihr großes Engagement.
An dem informellen Austausch nahmen auch Landrat Jürgen van der Horst, Bad Wildungens Bürgermeister Ralf Gutheil, Waldecks Bürgermeister Jürgen Vollbracht, die Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer und Kreislandwirt Martin Vollbracht teil. Jaqueline Bienhaus und Kerstin Arndt von der Geschäftsstelle des Landschaftspflegeverbandes freuten sich vor allem über die große Resonanz auf die Einladung. „Das dokumentiert das Interesse an unserer Region“ – wobei sie auch noch auf die „kleinräumig strukturierte Landschaft“ rund um Frankenau aufmerksam machten: „Wir haben hier ein ganz besonderes Fleckchen Erde.“
„Ohne die räumliche, finanzielle und personelle Unterstützung des Landkreises wäre der Landschaftspflegeverband nicht arbeitsfähig“, bedankte sich der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Lehmann (Korbach) mitten im Kerngebiet des Naturparks Kellerwald-Edersee für die Unterstützung durch den Kreis. Frankenau sei eine Kommune ohne einen einzigen Vollerwerbslandwirt, berichtete Lehmann: „Damit muss die Landschaftspflege auf viele ehrenamtliche Akteure verteilt werden.“ Allerdings beschäftige man sich in Frankenau viel mit alten Haustierrassen. „Die Bezeichnung Archeregion ist für Frankenau ein Alleinstellungsmerkmal“, sagte Wolfgang Lehmann.
Deutlich machte der stellvertretende Vorsitzende die Verpflichtung des Naturparks Kellerwald-Edersee, die begonnenen und in Arbeit befindlichen Projekte weiter fortzuführen. „Das ist eine Riesenaufgabe. Das kann der Naturpark Kellerwald-Edersee allein nicht stemmen“, appellierte er an den Staatssekretär, die Projekte weiter zu unterstützen. Die bisherigen Arbeiten seien erfolgreich abgeschlossen worden. „Wir sind gut vorangekommen“, sagte Lehmann. „Ehrenamt und Hauptamt sind ein Garant für eine erfolgreiche Landschaftspflege“, unterstrich der stellvertretende Vorsitzende, auch zukünftig „Hand in Hand“ zu arbeiten.
In lockerer Atmosphäre führte der Rundgang mit Landrat und Staatssekretär über einen Teil des Archepfades zunächst in Richtung Soay-Stall, dort wurde anhand einiger Beispiele noch tiefer über die Entstehung der Arche Region und die vielfältige Zusammenarbeit des ehrenamtlichen Naturschutzes, der Landwirtschaft und des Landschaftspflegeverbandes gesprochen.
HNA vom 04.08.2022,WLZ vom 05.08.2022