30 Bäume für den Klimaschutz Landschaftspflegeverband ergänzt Altbestand in Frankenau
Im Einsatz: (von links) Holger Berg, Kristina Günther, Frederic Christmann und Juho Ratila bei Pflegearbeiten an Obstbäumen in Allendorf/Hardtberg. Foto: SUSANNA BATTEFELD
Frankenau – Der Landschaftspflegeverband hat im Frühjahr 2021 insgesamt 30 hochstämmige Obstbäume, regionaler und alter Sorten, an unterschiedlichen Stellen in und um Frankenau gepflanzt, um bestehende Bestände zu ergänzen und miteinander zu verbinden. Dabei stellten der Landkreis, die Stadt Frankenau, die Soay GbR und ein Mutterkuhhalter aus Frankenau ihre Flächen zur Verfügung.
Die Neupflanzungen wurden bis in den Herbst hinein bedarfsweise bewässert, um ein Anwachsen zu sichern. Pflanzung und Nachsorge wurden von einem regionalen Landschaftspflegeunternehmen aus Ellershausen übernommen. „Nur die gute Zusammenarbeit des Landschaftspflegeverbandes mit den Kommunen und der regionalen Landwirtschaft ermöglicht solche Projekte und ergeben auch eine regionale Wertschöpfung“, betont Carsten Müller, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes.
Neben diesen Neupflanzungen erfolgten im November und Dezember weitere Pflegearbeiten an bereits 40 vorhandenen Altbäumen durch ein Landschaftspflegeunternehmen aus Vöhl. Das „Obstbaumverbundprojekt im Gemeindegebiet Frankenau“ des Landschaftspflegeverbandes wurde mit Mitteln aus dem Integrierte Klimaschutzprogramm (IKSP) 2025 gefördert.
„Die erfolgreiche IKSP-Förderung zeigt die Relevanz der Lebensraumvernetzung im Zuge des Klimawandels. Daher möchten wir auch 2022 weitere Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen von Obstbäumen durchführen lassen“, kündigten Kerstin Arndt und Jaqueline Bienhaus vom Landschaftspflegeverband an. „Obstbaumbestände prägen seit Jahrhunderten unsere Kulturlandschaft. Pflanzungen, Sortenerhalt, Obstverwertung und Baumpflege waren ebenso Teil der Landbewirtschaftung wie der Anbau von Getreide“, heißt es seitens des Landschaftspflegeverbandes.
„Seit den 1960er-Jahren sind die Bestände nicht nur massiv geschrumpft, sondern auch in einem schlechten Pflegezustand.“ Als Kulturpflanze seien Obstbäume auf eine regelmäßige Pflege angewiesen. „Aus diesem Grund ist der Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg seit seiner Gründung 2017 unter anderem in der Planung und Organisation der Pflege und Erhaltung von bestehenden Obstbaumreihen und -alleen sowie Streuobstwiesen tätig.“ red/sub
Der Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025 (kurz IKSP) zielt auf ein klimaneutrales Hessen bis 2050 ab. Weitere Informationen unter klimaschutzplan-hessen.de.
Wichtig für den Arten- und Naturschutz
Obstbaumbestände sind relevant für den Arten- und Naturschutz, indem sie Lebensraum und Nahrung für bis zu 5000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten bieten. Sie dienen als Trittsteine und Verbindungsachsen in der Landschaft. Dadurch bieten sie verschiedenen Arten wie Wendehals, Steinkauz, Siebenschläfer und Wildbienen Wandermöglichkeiten. So wie alle Gehölze speichern auch Obstbäume CO2. Auch die Landwirtschaft profitiert von der Kombination von Gehölzen und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Gehölze zwischen Wiesen, Weiden oder Ackerland erzeugen ihr eigenes Mikroklima. Sie reduzieren die Windgeschwindigkeit und damit auch die Wasser- und Bodenerosion. Dadurch, dass Obstbäume gerne von Greifvögeln als Ansitz genutzt werden, dient das Vorhandensein von Obstbäumen insbesondere der biologischen Schädlingsbekämpfung. Schließlich gewinnt auch die Produktion von heimischen Nahrungsmitteln wieder mehr an Bedeutung. Regional erzeugt und ohne lange Transportwege, können die Früchte direkt verzehrt oder als Säfte und Konfitüren weiterverarbeitet werden.
WLZ vom 12.01.2022, vergleichbare Berichte des Eder Dampfradio vom 19.12.2021, der HNA vom 28.12.2021 und Heimat Nachrichten Frankenberg 2. Jhg. Nr. 1