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Zurück zur alten Hutefläche

Alte Kulturlandschaft: Am Löhlbacher Sportplatz wird eine ehemalige Hutefläche wieder hergestellt. Das Projekt erläutern (von links): Landschaftspfleger Eike Isgen, Ortsvorsteher Sascha Brück, Kurt Hecker (Gemeindeverwaltung Haina) und Kerstin Arndt (Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg). Foto: Martina Biedenbach

 

Löhlbach – Bis in die 1990er-Jahre hinein weideten dort Schafe und Ziegen, dann verbuschten die Flächen auf beiden Seiten des Rasensportplatzes in Löhlbach. Nun wird die alte Hutelandschaft mit halboffenem Charakter wieder hergestellt.
Dazu werden Brombeersträucher, Schlehen, Birken, Faulbaum und andere standortsfremde Gehölze entfernt. Stehen bleiben hingegen Wacholdersträucher und markante Einzelgehölze wie freistehende Eichen, Buchen oder Kiefern. Damit soll Licht und Raum geschaffen werden für eine magere und artenreiche Hutelandschaft mit Borstgras, Heide und Heidelbeere. Zudem soll die verschollene Kellerwaldsippe, eine Arnikaart, dort wieder angepflanzt werden – mit Pflanzen vom Biologische Garten Marburg.
„Damit schaffen wir wieder Lebensraum für Vogelarten wie Neuntöter und Raubwürger und für Insekten, die diese halboffene Landschaft brauchen“, erläuterte Kerstin Arndt vom Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg bei einem Termin vor Ort. Das Land Hessen stellt über die Landschaftspflegverbände Geld für Projekte wie dieses zur Verfügung, die Artenvielfalt und Biodiversität fördern. Kerstin Arndt begleitet die Aktion in Löhlbach.
Initiiert wurde die Wiederherstellung der Huteflächen vom Heimat- und Kulturverein, der bereits mit Eigenleistung die 1,6 Hektar große Fläche zwischen Rasen- und Tennisplatz freigeschnitten hatte. Es wäre ein äußerst mühsames Unterfangen für freiwillige Helfer, auch die 3,3 Hektar auf der anderen Seite des Rasenplatzes in Handarbeit freizuschneiden.
Der Landschaftsverband hat mit der Wiederherstellung der offenen Hutelandschaft den Löhlbacher Eike Isgen beauftragt, der im Nebenerwerb ein Landschaftspflegeunternehmen betreibt. Bäume und Büsche müssen samt der Wurzeln und Stubben entfernt werden. Für seinen Bagger hat der Tüftler eigens eine Greifzange, die beim Aufladen von Holzstämmen genutzt wird, so umgebaut, dass der damit Bäume und Büsche rausziehen kann. Kerstin Arndt lobte die von ihm schon freigeschnittene Fläche: „Das sieht sehr gut aus.“
Für Isgen, der auch Mitglied im Heimat- und Kulturverein und im Ortsbeirat ist, ist die Arbeit eine „Herzenssache“, sagte er. „Das ganze Dorf steht hinter dem Projekt“, betonte Ortsvorsteher Sascha Brück. Die Jugendgruppe des Heimatvereins werde beim Abräumen von Holz- und Wurzelteilen behilflich sein und so eingebunden. Büroleiter Kurt Hecker begrüßte die Gemeinschaftsaktion von Seiten der Gemeinde Haina. „Die Menschen werden gern dort spazieren gehen“, sagte er.
Es werde einige Jahre dauern, bis die Hutelandschaft wieder hergestellt sei, waren sich alle einig. Wichtige Helfer dabei werden Schafe sein. Durch Beweidung soll der Bereich freigehalten werden. „Die Fläche mit Heide und Wacholder wird ein bisschen ein mystisches Aussehen bekommen“, sagte Kerstin Arndt – insbesondere im Nebel. „Den können wir in Löhlbach liefern“, sagte Ortsvorsteher Sachsa Brück. Der Hainaer Ortsteil liegt oft im Nebel.

 

HNA vom 18.11.2021

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